Zecken beim Camping: Schutz und Checks als Routine
08.10.2026
Beim Camping lässt sich Zeckenschutz als wiederkehrende Routine organisieren: Kleidung für hohes Gras, ein Check nach Naturaufenthalten und rasches Entfernen entdeckter Zecken. Repellents bieten nur zeitlich begrenzten Schutz; der Check bleibt deshalb wichtig.
Vor dem Losgehen: Kleidung und Repellent passend wählen
Auf einem Campingplatz führt nicht jeder Weg durchs Unterholz. Plant ihr aber eine Runde am Waldrand, spielt im hohen Gras oder sammelt Beeren, zieht geschlossene Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel an. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, die Hosenbeine in die Socken zu stecken. So liegt die Kleidung als Barriere zwischen bodennaher Vegetation und Haut. Helle Kleidung erleichtert das Erkennen einer Zecke – helle Hosen oder Socken lassen sich einfach im Tagesgepäck mitführen. Ein Repellent kann ergänzen, ist aber keine Dauergarantie. gesund.bund.de nennt für Zeckensprays ungefähr zwei bis vier Stunden gewissen Schutz; danach lässt die Wirkung nach. Prüft vor dem Auftragen die Produktangaben, auch zu Anwendungsbereich und Wiederholung. Dauert euer Ausflug länger, schaut nach, ob eine erneute Anwendung laut Etikett vorgesehen ist. Ein Spray ersetzt weder passende Kleidung noch die spätere Kontrolle.
Der Check als fester Tagesanker
Verknüpft die Kontrolle mit einem Moment, der ohnehin jeden Tag stattfindet: nach dem Zurückkommen vom Spaziergang, vor dem Duschen oder beim Umziehen am Abend. Bei mehreren Personen kann ein kurzer Zuruf – „Natur-Check vor dem Schlafsack“ – helfen, ohne daraus eine aufwendige Zeremonie zu machen. Nach jedem Aufenthalt in der Natur soll der ganze Körper gründlich abgesucht werden; daher lohnt sich der Check auch nach einer kurzen Runde, nicht nur nach einer Wanderung. Sucht systematisch statt flüchtig: erst Kleidung und sichtbare Haut, dann die geschützten Bereiche. Das RKI nennt unter anderem Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeugen, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen als bevorzugte Stichstellen. Bei Kindern sollte eine erwachsene Person nach dem Spielen gründlich nachsehen. Ein Spiegel oder eine zweite Person hilft dort, wo man allein schlecht hinsieht.
Mit Kindern und Gruppe: Ablauf einfach halten
Legt vorab fest, wer bei kleinen Kindern den Check übernimmt, und macht es altersgerecht: Das Kind kann selbst Arme und Beine ansehen, während eine erwachsene Person schwer einsehbare Stellen prüft. Bei älteren Kindern lässt sich die Kontrolle gemeinsam durchführen, statt sie nur anzumahnen. Der Zweck ist nicht, jedes Grasstück zu meiden, sondern den Überblick nach Naturkontakt nicht dem Zufall zu überlassen. Auch bei wechselnden Tagesplänen bleibt ein fixer Anker hilfreich. Nach dem Ausflug wird die getragene Kleidung auf einem hellen Handtuch kontrolliert; danach folgt der Körpercheck. Das ergänzt die Empfehlung, nach dem Aufenthalt draußen gründlich zu suchen, ersetzt ihn aber nicht. Nach einer Pause auf der Wiese oder einer Aktivität am Gebüsch ist ein zusätzlicher Blick auf Kleidung und Beine unkompliziert.
Zecke entdeckt: zügig und ruhig handeln
Ist eine Zecke bereits festgesaugt, hilft hektisches Reiben nicht. Haltet eine Pinzette oder ein geeignetes Zeckenentfernungsinstrument bereit. Die BIÖG-Information empfiehlt, die Zecke möglichst nah an der Haut im Kopfbereich zu greifen und langsam herauszuziehen. Quetscht den vollgesogenen Körper nicht; die Seite warnt, dass dies die Übertragung von Krankheitserregern begünstigen könnte. Anschließend die Einstichstelle desinfizieren. Eine Dusche kann ergänzend sein, aber nicht den ganzen Check ersetzen: Laut RKI kann sie möglicherweise noch umherlaufende Zecken abspülen, entfernt eine bereits eingestochene Zecke aber nicht. Notiert bei Bedarf Datum und Stelle oder macht ein Foto, damit Veränderungen später besser zuzuordnen sind.
Vorbeugung hilft, ersetzt aber keine Aufmerksamkeit
Kleidung, Repellent und regelmäßiges Absuchen sind mehrere Bausteine, keine vollständige Garantie. Die Schutzwirkung eines Repellents ist zeitlich begrenzt, und auch nach guter Vorbereitung kann eine Zecke übersehen werden. Gerade deshalb ist der Kontrollmoment sinnvoll: Das RKI erläutert, dass Zecken vor dem Stich zunächst auf Körper oder Kleidung umherlaufen können und durch regelmäßiges Absuchen noch gefunden werden können. Beobachtet nach einem Stich die Einstichstelle und achtet auf Beschwerden. Bei Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit oder einer ringförmigen Rötung um die Stelle empfiehlt die BIÖG-Information den Gang in eine ärztliche Praxis. FSME-Impfempfehlungen richten sich unter anderem danach, ob jemand in einem Risikogebiet lebt oder sich dort aufhält und Zeckenkontakt haben kann; prüft die aktuelle Empfehlung für euren Aufenthaltsort bei offiziellen Stellen oder besprecht sie ärztlich.