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Spannriemen und Gummiseile: sichere Befestigung statt improvisierter Zuglasten

09.10.2026

Gummiseile halten Abdeckungen und leichte Ausrüstung am Platz, ersetzen aber keine geeignete Ladungssicherung. Für Fahrten zählen stabile Befestigungspunkte, passende Gurte und eine Ladung, die bei Brems- und Ausweichmanövern nicht wandert.

Zwei elastische Haken sind noch keine Ladungssicherung

Ein Gummiseil ist praktisch, wenn am Campingplatz die Plane über dem Brennholz bleibt, eine leichte Abdeckung nicht flattert oder zusammengerollte Isomatten gebündelt werden sollen. Es federt mit und lässt sich schnell einhängen. Genau diese Elastizität macht es aber zu einer schlechten Wahl, sobald Ausrüstung bei einer Fahrt zuverlässig an ihrem Platz bleiben muss. Der ADAC rät bei Ladung im Auto ausdrücklich von elastischen Expandern ab; für Dachlasten nennt die britische Driver and Vehicle Standards Agency (DVSA) Ratschen-Zurrgurte oder wirksame Klemmen und warnt vor Bungee-Seilen. Maßstab ist nicht, ob ein Seil im Stand straff aussieht, sondern ob sich der Gegenstand bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver bewegen kann. In Deutschland verlangt § 22 StVO, dass Ladung unter diesen Bedingungen nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Gummiseile können bei einer Campingausrüstung also eine Abdeckung halten oder lose, leichte Teile am Lagerplatz bündeln – sie sind kein Ersatz für die eigentliche Sicherung schwerer oder sperriger Ausrüstung während der Fahrt.

Erst die Ladung ordnen, dann den Spannriemen wählen

Sicherung beginnt mit dem Packen. Schwere Ausrüstung gehört möglichst nach unten; wenn möglich, wird die Fracht so angeordnet, dass kaum freie Lücken bleiben. Kisten oder Taschen haben dann wenig Raum, in dem sie Fahrt aufnehmen können. Bei einem Zelturlaub kann man beispielsweise schwere Boxen am Kofferraumboden dicht nebeneinander anordnen und leichtere Schlafsäcke darüber packen. Bleiben Zwischenräume, können sie mit geeignetem Packmaterial geschlossen werden, statt die Lücken durch ein locker gespanntes Gummiseil nur optisch zu überbrücken. Die DVSA empfiehlt, Hohlräume zu füllen, damit nichts rutscht. Für Dachträger gelten deren eigene Montage- und Gewichtsgrenzen; lange oder große Teile, die sich im Pkw nicht sauber abstützen lassen, gehören möglicherweise besser in einen Anhänger oder Transporter. Auch die StVO setzt den Maßstab: Ladung muss bei Brems- und Ausweichmanövern an ihrem Platz bleiben.

Gurte an tragfähigen Punkten führen

Wo die Anordnung der Gegenstände nicht genügt, kann ein geeigneter Gurt die Ladung auf die Auflage pressen und damit die Reibung erhöhen. Der ADAC empfiehlt, vorhandene Haken und Ösen mit geeigneten Spann- oder Zurrgurten zu nutzen. Führen Sie einen Gurt daher zu den dafür vorgesehenen Befestigungspunkten statt ihn etwa um einen beweglichen Griff oder eine dünne Innenverkleidung zu legen. Ein Band sollte nicht verdreht liegen und muss zur Last sowie zu den Anschlagpunkten passen. Ein Beispiel: Eine schwere Campingkiste im Kofferraum sollte nicht nur mit einem Gummiseil über den Deckel gezogen werden. Die passende Gurtführung an den vorgesehenen Ösen und eine stabile Anordnung der Kiste begrenzen ihre Bewegung besser. Gurte sind nicht automatisch für jede Last oder jeden Anschlagpunkt geeignet – bei Dachträgern und Boxen deshalb die jeweilige Anleitung und zulässige Belastung beachten.

Gummiseile als Ergänzung am Lagerplatz – Kontrolle vor Abfahrt

Am Standplatz bleibt das Gummiseil ein nützliches Hilfsmittel: Es hält etwa eine Plane an ihrer Öse oder bindet eine leichte, zusammengerollte Matte zusammen. Prüfen Sie, dass Haken sicher sitzen, die Leine nicht über scharfe Kanten scheuert und nichts unter Zug in einen Lauf- oder Durchgangsbereich schlägt. Das ist eine praktische Vorsichtsmaßnahme, keine Freigabe, damit Gegenstände auf dem Fahrzeugdach oder im Innenraum zu verzurren. Vor dem Losfahren sollten lose Kleinteile in Boxen, Türen und Deckel geschlossen, schwere Ausrüstung gegen Bewegung gesichert und Gurte nochmals auf Sitz und Spannung kontrolliert werden. Auch Klappern ist ein Hinweis, dass etwas nicht festliegt: Die StVO verlangt ausdrücklich, vermeidbaren Lärm durch Ladung zu verhindern. Nach den ersten Kilometern lohnt ein erneuter Blick auf Gurte und Packung – insbesondere wenn sich die Ladung gesetzt hat. Kurzform: Das Gummiseil hält zusammen oder deckt ab; die belastbare, passende Befestigung hält Ladung auf der Fahrt.

Quellen

  1. ADAC
  2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  3. Driver and Vehicle Standards Agency (GOV.UK)