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Notfallplan für den Campingplatz: Treffpunkt und Erreichbarkeit festlegen

08.10.2026

Ein einfacher Camping-Notfallplan verbindet einen klar beschriebenen Treffpunkt mit erreichbaren Kontaktwegen und einer kurzen Aufgabenverteilung. Mit einer Papierliste und den Angaben zum Stellplatz kann die Gruppe auch dann handlungsfähig bleiben, wenn es schnell gehen muss.

Zuerst den Platz kennenlernen

Ein Notfallplan muss zu dem Campingplatz passen, auf dem Sie gerade stehen. Fragen Sie bei Anreise nach dem ausgewiesenen Sammel- oder Evakuierungspunkt, nach dem Weg dorthin und danach, wie die Rezeption oder Platzleitung im Ernstfall erreichbar ist. Sehen Sie sich den Lageplan an und merken Sie sich den Namen des Platzes, die Zufahrt sowie Ihre Parzellen- oder Stellplatznummer. Ein allgemeines „Wir treffen uns vorne“ ist zu ungenau: Auf einem großen oder verwinkelten Gelände kann „vorne“ für jedes Familienmitglied etwas anderes bedeuten. Notieren Sie außerdem einen alternativen Treffpunkt, falls der erste Ort selbst betroffen oder nicht erreichbar ist. Wählen Sie ihn nicht eigenmächtig an einer Zufahrt oder Rettungsgasse, sondern klären Sie mit dem Platzpersonal, was dafür geeignet ist. Die Treffpunkte sind Absprachen innerhalb Ihrer Gruppe; bei einer konkreten Gefahr haben Anweisungen des Campingplatzes und der Einsatzkräfte Vorrang.

Treffpunkt so beschreiben, dass ihn alle finden

Schreiben Sie beide Orte mit der Bezeichnung vom Lageplan auf. Ergänzen Sie einen eindeutigen Orientierungspunkt und den Fußweg dorthin, zum Beispiel: „Haupttreffpunkt: Sammelplatz neben dem Sanitärgebäude, Zugang über den markierten Weg; Ersatz: Platzbereich am Spielplatz, sofern die Platzleitung ihn freigibt.“ Das ist nur ein Muster – verwenden Sie die tatsächlichen Ortsnamen Ihres Platzes. Erklären Sie Kindern, dass sie im Notfall nicht zum Zelt oder Wohnmobil zurücklaufen sollen, wenn die Gruppe getrennt wurde, sondern sich an den vereinbarten Ort halten und dort bei einer erwachsenen Ansprechperson bleiben. Legen Sie fest, wer bei ihnen bleibt und wer nach einer vermissten Person sucht oder Hilfe holt. Niemand sollte dafür in einen Gefahrenbereich zurückgehen.

Erreichbarkeit nicht nur im Smartphone planen

Halten Sie eine kleine Papierkarte in der Geldbörse oder am Schlüsselbund bereit. Darauf gehören der Name und die Adresse des Campingplatzes, Stellplatznummer, beide Treffpunkte sowie die Telefonnummer der Rezeption und der erwachsenen Mitreisenden. Ergänzen Sie eine Kontaktperson außerhalb der Reisegruppe, die weiß, wo Sie Urlaub machen. Das BBK empfiehlt eine ausgedruckte oder handschriftliche Nummernliste, falls digital gespeicherte Kontakte gerade nicht zugänglich sind ([BBK: In der Krise informiert sein](https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/In-der-Krise-informiert-sein/in-der-krise-informiert-sein_node.html)). Vereinbaren Sie eine einfache Reihenfolge: Erst die direkte Ansprache oder ein Anruf, danach eine kurze Nachricht mit Treffpunkt und Status. Nutzen Sie dafür nur Kanäle, die Ihre Gruppe tatsächlich verwendet, und vereinbaren Sie, dass niemand aus einer Nachricht allein auf Entwarnung schließt. Wenn ein Gerät leer ist oder nicht funktioniert, gilt die Papierkarte und der Treffpunkt als Rückfallebene. Geben Sie Kindern wichtige Informationen altersgerecht mit, ohne sie mit Verantwortung für die gesamte Gruppe zu belasten.

Im Ernstfall: Ort nennen, Hilfe organisieren

Bei akuter Gefahr zählt zunächst Eigenschutz. Wählen Sie bei einem medizinischen oder Brandnotfall in der EU 112; die Nummer ist dort kostenlos erreichbar ([Europäische Kommission: 112](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112)). Nennen Sie den Campingplatz, den Ort oder die Gemeinde, die Zufahrt und möglichst die genaue Parzelle. Das BBK nennt als zentrale Angabe für den Notruf den Notfallort; bleiben Sie für Rückfragen in der Leitung ([BBK: Erste Hilfe und Notruf](https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Gesundheit-und-Hygiene/Erste-Hilfe-und-Notruf/erste-hilfe-und-notruf_node.html)). Sind mehrere Personen da, verteilen Sie Aufgaben klar: Eine Person ruft an, eine bleibt bei der betroffenen Person, eine weitere weist – wenn es sicher ist – Rettungskräfte an der Einfahrt ein. Das BBK rät dazu, Unterstützung zu holen und Aufgaben aufzuteilen. Die passende Reihenfolge hängt aber von der Situation ab; Notruf, Erste Hilfe und Eigenschutz dürfen nicht zu einem starren Schema werden. Folgen Sie den Hinweisen der Leitstelle und den Einsatzkräften.

Kurz üben und aktuell halten

Gehen Sie den Plan am ersten Urlaubstag einmal mit allen durch: Wo liegt die Papierkarte? Wie heißt der Treffpunkt? Wer nimmt Kinder oder Personen mit eingeschränkter Mobilität mit? Was ist die Alternative, wenn ein vereinbarter Ort nicht erreichbar ist? Eine kurze Runde zu Fuß hilft, unklare Wegbeschreibungen zu entdecken. Prüfen Sie den Plan nach einem Stellplatzwechsel oder wenn sich die Gruppe ändert. Halten Sie die Absprachen kurz und realistisch. Ein Treffpunkt ersetzt keinen Notruf, und eine Telefonnummer allein garantiert keine Erreichbarkeit. Der Plan soll vor allem verhindern, dass alle gleichzeitig loslaufen, niemand weiß, wo die anderen sind oder wichtige Angaben zum Aufenthaltsort fehlen.

Quellen

  1. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  2. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  3. Europäische Kommission, Directorate-General for Communications Networks, Content and Technology