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Nasse Schuhe auf Campingreisen schonend trocknen

09.10.2026

Schnürsenkel und Einlegesohlen herausnehmen, nasse Schuhe langsam und mit Luft trocknen lassen. Zeitungspapier hilft beim Aufnehmen von Feuchtigkeit; direkte Wärme und Sonne sind zu vermeiden.

Erst öffnen, dann trocknen lassen

Nach einem Regentag oder einer nassen Zeltwiese zuerst die Schnürsenkel lockern oder herausnehmen und das Fußbett beziehungsweise die Einlegesohle herausnehmen, sofern es sich lösen lässt. So liegt nicht alles dicht übereinander: Die Innensohle kann separat trocknen, und der Innenraum des Schuhs ist zugänglicher. Gore-Tex empfiehlt ebenfalls, die Schnürsenkel zu entfernen und – wenn möglich – das Fußbett herauszunehmen. Prüfe bei besonderen Modellen trotzdem die Pflegehinweise des Schuhherstellers. Lege die herausgenommenen Teile so ab, dass sie nicht auf dem feuchten Zeltboden liegen. Wenn nur die Außenseite nass geworden ist, reicht unter Umständen das Öffnen und Lüften; bei durchnässtem Futter braucht es mehr Geduld.

Feuchtigkeit aufnehmen, Papier wechseln

Bei durchnässtem Innenfutter kannst du die Schuhe locker mit Zeitungspapier ausstopfen. Sobald das Papier feucht ist, herausnehmen und durch trockenes ersetzen; wiederholen, bis der Schuh trocken ist. Es geht dabei um Feuchtigkeitsaufnahme, nicht um ein dichtes Ausstopfen: Lass Luft an die Öffnung und stopfe nicht so fest, dass der Schuh seine Form verliert. Hast du kein Papier dabei, lass Innensohle und Schuh getrennt an der Luft trocknen. Bei wenig Papier genügt zunächst eine lockere Lage im vorderen Bereich; wenn sie sich feucht anfühlt, ist der Zeitpunkt zum Wechseln gekommen. Das Papier nicht vergessen, wenn du den Schlafplatz morgens zusammenpackst.

Ein trockener Platz statt Lagerfeuerwärme

Stelle die Schuhe an einen gut belüfteten Platz mit mäßiger Temperatur und lass sie langsam trocknen. Im Campingalltag heißt das: nicht direkt an Heizgerät, Ofen oder Lagerfeuer legen und nicht in die pralle Sonne stellen. Meindl warnt vor Sonne und Wärmequellen wie Heizkörpern oder Öfen; Gore-Tex empfiehlt natürliches Trocknen bei moderaten Temperaturen und das Meiden direkter Wärme. Wähle lieber einen luftigen, geschützten Platz als eine heiße Stelle, selbst wenn du die Schuhe am nächsten Morgen wieder brauchst. Ein warmer Platz ist also nicht automatisch ein guter Trockenplatz. Auch im Auto sollten nasse Schuhe nicht auf einer aufgeheizten Ablage liegen; im Schatten und mit geöffnetem Schuh kann Feuchtigkeit entweichen.

Wenn die Nacht feucht ist

Bei hoher Luftfeuchte oder Regen kann das Trocknen langsamer gehen. Bewahre die Schuhe währenddessen nicht eng zusammengepresst in einer Tasche auf, sondern lass sie offen und getrennt stehen, wo Luft zirkulieren kann. Wenn ein passender Schuhtrockner verfügbar ist, nennt Gore-Tex Konvektions-Schuh­trockner als geeignete Möglichkeit. Verwende ein Gerät nur nach dessen Anleitung und achte darauf, dass die Schuhe nicht unnötig erhitzt werden; für Leder gilt zusätzlich die Pflegeanweisung des Schuhherstellers. Ein Schuhtrockner ist kein Freibrief für beliebig hohe Temperaturen: Lies die Bedienhinweise und brich ab, wenn sich die Schuhe deutlich warm anfühlen.

Vor dem nächsten Einsatz prüfen

Setze die Einlegesohlen erst wieder ein, wenn sie separat getrocknet sind, und ziehe die Schnürung nicht zu, solange der Schuh innen noch feucht ist. Bei Schuhen mit Membran oder Leder gibt es keine pauschale Pflegebehandlung für alle Modelle: Gore-Tex verweist bei Lederschuhen auf die Herstellerangaben. Prüfe vor dem Anziehen, ob sich Futter und Fußbett trocken anfühlen; außen trocken bedeutet nicht zwingend, dass es innen schon so weit ist. Bei anhaltender Nässe ist ein trockenes Ersatzpaar oder ein Wechsel auf andere Schuhe für die nächste Etappe praktischer, statt die noch feuchten Schuhe mit Hitze zu erzwingen.

Quellen

  1. Meindl
  2. GORE-TEX Brand
  3. Nikwax