Kanu-Camping in der Mecklenburgischen Seenplatte: Umtragestellen mitplanen
09.10.2026
Die Havelquell-Tour ist 32 Kilometer lang, führt aber nicht durchgehend auf dem Wasser: An der Granziner Mühle sind rund 700 Meter Landtransport mit der Lorenbahn einzuplanen. Wer im Müritz-Nationalpark paddelt, muss außerdem Umtragestellen, Schleusenbetrieb und erlaubte Anlandestellen vorab in seine Campingetappen einbauen.
Kilometer sind nur die halbe Etappenplanung
Beim Kanu-Camping auf der Mecklenburgischen Seenplatte verleitet die Karte dazu, Tagesstrecken nach der Wasserlinie zu bemessen. Auf der Havelquell-Tour summieren sich die Gewässer auf eine ausgewiesene Strecke von 32 Kilometern; der Weg enthält jedoch auch Passagen, in denen Boot und Gepäck nicht paddelnd weiterkommen. Eine zweite Tourenbeschreibung des Tourismusverbands führt von Kratzeburg bis zum Kleinen Labussee und nennt 26,2 Kilometer. Das sind verschiedene Routenvorschläge, keine garantierten Tagesleistungen: Wind, Beladung, Pausen und die Zahl der Umtragestellen verändern, wie viel an einem Tag realistisch ist. Plane deshalb zuerst Start, Ziel und Übernachtung, dann die Paddelkilometer dazwischen.
Lorenbahn und Wehr als eigene Zeitblöcke behandeln
Der markanteste Landabschnitt liegt an der Granziner Mühle: Bis zum Pagelsee sind etwa 700 Meter mit der Lorenbahn zu überwinden. Behandle das nicht wie eine kurze Pause am Ufer. Gepäck muss so verpackt sein, dass es sich zügig vom Boot trennen und wieder verstauen lässt; lose Kleinteile, Proviant und Zelt sollten in geschlossenen Taschen sitzen. Der Tourenhinweis nennt außerdem am Havelwehr in Babke eine Umtragestelle mit Bootsschleppe. An der Schleuse Zwenzow hängt die Entscheidung vom Schleusenbetrieb ab: Außerhalb der Schleusenzeiten ist das Boot mit Bootswagen umzusetzen. Prüfe den aktuellen Betrieb vor Abfahrt und halte für die Umtragestelle eine Ausweichzeit frei, statt den Abend knapp bis zum Einbruch der Dunkelheit zu takten.
Etappen an legalen Rast- und Übernachtungsorten ausrichten
Im Nationalpark dürfen Boote nicht beliebig ans Ufer gezogen werden: Anlanden ist laut regionalem Wasserwanderhinweis nur an ausgewiesenen Flächen erlaubt. Das beeinflusst die Etappenplanung stärker als ein zusätzlicher Kilometer auf dem See. Markiere Rast- und Einsetzstellen auf der Karte und wähle den Übernachtungsplatz ausschließlich unter den dafür vorgesehenen Campingangeboten; Wildzelten ist verboten. Die regionale Seite rät zudem zur Reservierung im Voraus. Ein Wasserwanderrastplatz ist nicht automatisch ein Zeltplatz – diese Funktion und die Anfahrt mit Gepäck vor der Tour beim Betreiber klären.
Ein praktikabler Plan vor dem Einsetzen
Für einen belastbaren Plan gehst du die Route in dieser Reihenfolge durch: Erst alle Landtransfers und Schleusen markieren, dann die zulässigen Anlandestellen ergänzen, anschließend passende Campingplätze als Tagesziele auswählen. Rechne an der Lorenbahn und an jeder weiteren Umtragestelle mit zusätzlicher Zeit für Entladen, Tragen und erneutes Sichern. Ein Bootswagen ist besonders dann sinnvoll, wenn die Schleuse Zwenzow nicht bedient wird; die Lorenbahn an der Granziner Mühle ersetzt dagegen nicht jede andere Transportlösung auf der Tour. Packe häufig benötigte Dinge obenauf und lagere Zelt sowie Wechselkleidung wasserdicht. Vor dem Start solltest du Routenzustand, Schleusenzeiten, Rastplatznutzung und Campingverfügbarkeit nochmals direkt bei den zuständigen Stellen prüfen. Die veröffentlichten Tourhinweise sind Planungshilfe, keine Echtzeitmeldung zu Betrieb oder Zugänglichkeit.