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Gewitter am Campingplatz: Schutzorte vorher klären

08.10.2026

Wer auf dem Campingplatz erst bei Donner nach einem sicheren Ort sucht, verliert wertvolle Zeit. Kläre vorab, welche Gebäude oder Fahrzeuge erreichbar sind, wie du Warnungen erhältst und welche Ausweichoption bleibt.

Nicht erst bei Donner planen

Der sinnvollste Zeitpunkt, den Schutzort zu klären, ist vor dem Aufbau. Ein Zelt ist Wetterschutz, aber nicht automatisch Blitzschutz: Ein Zelt ohne Metallgestänge kann laut VDE bei Gewitter ebenso gefährlich sein wie der Aufenthalt im Freien. Auch ein Campingwagen ohne Metallkonstruktion ist keine verlässliche Alternative. Plane also nicht nach dem Motto „Wir gehen dann einfach ins Vorzelt“, sondern finde heraus, wohin alle Mitreisenden im Ernstfall tatsächlich wechseln können. Schon bei der Stellplatzwahl lohnt ein Blick auf die Umgebung. Der VDE rät von exponierten Standorten ab, etwa auf Anhöhen, neben Masten, am Waldrand oder unter einem einzeln stehenden Baum. Das ersetzt keinen Schutzort, vermindert aber vermeidbare Risiken und hilft, den schnellsten Weg zum Gebäude oder Auto frei zu halten.

Schutzort beim Betreiber konkret erfragen

Frag an der Rezeption nicht nur allgemein nach einem Aufenthaltsraum. Lass dir den konkreten Ort zeigen: Welches feste Gebäude ist bei Gewitter zugänglich, wie kommst du dorthin, und bleibt es auch außerhalb der Rezeptionszeiten offen? Bei einer Schutzhütte solltest du nicht allein von Dach und Wänden auf Blitzschutz schließen. Der VDE unterscheidet ausdrücklich geschützte Schutzhütten mit Blitzschutzsystem; bei Zweifeln frage den Platzbetreiber, ob die Anlage dafür vorgesehen ist. Ein Auto kann eine Ausweichoption sein, sofern es erreichbar und nicht durch andere Fahrzeuge blockiert ist. Das BBK rät, bei herannahendem Gewitter ein festes Gebäude oder ein Auto aufzusuchen und dort das Ende abzuwarten. Ein Wohnwagen oder ein leichtes Zelt darf nicht einfach mit einem geschlossenen Auto gleichgesetzt werden. Überlege beim Stellplatzbezug, wer Schlüssel hat und ob Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Mobilitätseinschränkungen den Schutzort rechtzeitig erreichen.

Weg, Warnung und Ausweichplan

Gehe den Weg bei Tageslicht einmal ab. Prüfe, ob er kurz, beleuchtet und auch bei starkem Regen passierbar ist. Campingplätze können weitläufig sein; ein Schutzgebäude am anderen Ende des Areals hilft wenig, wenn der Weg erst gesucht werden muss. Halte den Zugang frei und vereinbare mit der Gruppe einen Treffpunkt im Gebäude, falls man sich trennt. Informiere dich außerdem, wie Platzleitung oder örtliche Behörden warnen. Bei Veranstaltungen empfiehlt das BBK, Notausgänge und Fluchtwege im Voraus zu kennen und Durchsagen zu beachten. Bei einem Blitzwarndienst oder einer lokalen Warn-App: Benachrichtigungen aktivieren und Mobiltelefon so laden, dass Warnungen ankommen. Doch Warnungen sind kein Ersatz für den eigenen Plan. Die VDE-Empfehlung für Schutzhütten nennt hörbaren Donner als Anlass, einen geschützten Ort aufzusuchen, wenn kein Blitzwarndienst zur Verfügung steht. Warte deshalb nicht auf einen perfekten Blick auf die Gewitterwolke oder darauf, dass andere losgehen.

Wenn der geschützte Ort noch nicht erreichbar ist

Ist ein festes Gebäude oder Auto nicht rechtzeitig erreichbar, bleib nicht im Zelt und suche nicht unter einem Baum, an einem Zaun oder an Metallkonstruktionen Zuflucht. Das BBK nennt als Notlösung eine Mulde: dort mit eng zusammenstehenden Füßen auf den Fußballen in die Hocke gehen. Diese Haltung ist lediglich eine Schadensbegrenzung für den Notfall, kein gleichwertiger Ersatz für ein geschütztes Gebäude oder Fahrzeug. Vermeide außerdem, dich in Gruppen dicht zu drängen, und entferne dich von herumfliegenden Gegenständen, die ein Sturm mitreißen könnte.

Erst nach dem Gewitter zurück

Bleib im gewählten Gebäude oder Auto, bis das Gewitter vorbei ist; nach VDE gilt es erst als vorüber, wenn eine halbe Stunde lang kein Donner zu hören war. Fass während des Gewitters keine Teile einer Blitzschutzanlage an. Halte dich an Ansagen des Platzbetreibers, insbesondere wenn Wege überflutet sind oder Sturmschäden drohen. Ein kurzer Vorsorge-Check vor dem Urlaub – Schutzort, Zugang, Warnweg, Ausweichlösung – macht aus einer spontanen Suche einen umsetzbaren Plan.

Quellen

  1. VDE
  2. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  3. VDE|ABB