Eine Campinghängematte nutzen: erst die Befestigung erlauben lassen
08.10.2026
Ob eine Hängematte am Baum hängen darf, entscheidet der jeweilige Campingplatz. Die Regeln reichen von ausdrücklich erlaubten, baumschonenden Gurten bis zum vollständigen Verbot. Fragen Sie vor dem Aufbau nach und klären Sie auch, welche Bäume und Befestigungspunkte infrage kommen.
Erst die Platzordnung, dann die Hängematte
Ein freier Baum am Stellplatz ist noch keine Erlaubnis. Prüfen Sie die Platzordnung und fragen Sie an der Rezeption, bevor Sie Gurte anlegen. Die NRW-Verordnung gibt ein Beispiel dafür, warum: Sie verpflichtet Betreiber, die Nutzung und Sauberhaltung der Plätze in einer Platzordnung zu regeln; daraus folgt aber keine bundesweit einheitliche Hängemattenregel. Die Regeln der Plätze unterscheiden sich deutlich: Die [Wilde Heimat erlaubt](https://www.wilde-heimat.de/wissenswertes/campingplatzordnung/) baumschonend befestigte Hängematten, während [PuntAla sie an der Vegetation untersagt](https://www.campingpuntala.it/uploads/docs/Regolamento_Interno_DE.pdf). Eine baumschonende Befestigung macht ein ausdrückliches Verbot also nicht unwirksam.
Was Sie vorab konkret klären sollten
Fragen Sie nicht nur allgemein, ob Hängematten erlaubt sind. Klären Sie, ob das Verbot oder die Erlaubnis für Ihren Stellplatz gilt, ob bestimmte Bäume ausgenommen sind und ob Gurte, Baumschutzunterlagen oder eine bestimmte Befestigungsweise vorgeschrieben sind. Lassen Sie sich den zugelassenen Standort zeigen, falls unklar ist, welche Bäume dazugehören. Fragen Sie auch, ob die Matte über Wege, Nachbarplätze oder Gemeinschaftsflächen reichen könnte. Das sind sinnvolle Rückfragen, keine überall geltenden Sonderregeln: Die verbindliche Antwort ergibt sich aus der aktuellen Platzordnung und der Auskunft des jeweiligen Betreibers.
Wenn der Platz die Befestigung erlaubt
Nehmen Sie die Aufhängung mit, die der Betreiber gestattet, und verzichten Sie auf Nägel, Schrauben oder andere Eingriffe in den Baum. Wo Bänder oder Gurte zulässig sind, wickeln Sie sie so um den Stamm, dass nichts einschneidet oder scheuert. Die Wilde Heimat nennt Bänder oder Schnüre, die den Baum nicht beschädigen, und verlangt, sie bei Abreise wieder abzunehmen. Prüfen Sie außerdem, ob Baum und Befestigung für die Last geeignet sind: LA SIESTA rät, sich von der Tragfähigkeit der gewählten Elemente zu überzeugen und bei Unsicherheit fachkundigen Rat einzuholen. Ein geeigneter Gurt ersetzt weder die Erlaubnis noch die Prüfung des Befestigungspunkts.
Abstand und Höhe passend planen
Erst nach der Erlaubnis lohnt sich die Platzplanung. Für Hängematten ohne Spreizstab nennt LA SIESTA als Näherung zehn Prozent weniger als die Mattenlänge als Mindestabstand. Bei drei Metern Länge wären das rund 2,7 Meter zwischen den Punkten. Für eine mittige Aufhängung sollte nach derselben Orientierung der Abstand von der Hängemattenmitte zum Baum etwa dem Abstand vom Boden zum Aufhängepunkt entsprechen. Das sind Hersteller-Richtwerte, keine Zusage, dass jeder Baumabstand passt: Beachten Sie das konkrete Modell, die einstellbaren Gurte und die Auskunft des Platzes.
Kein erlaubter Baum? Auf Gestell ausweichen
Wenn der Platz das Befestigen an Bäumen untersagt oder keine geeigneten Punkte freigibt, bauen Sie die Hängematte nicht trotzdem auf. PuntAla untersagt das Aufhängen an der Vegetation und behält sich vor, Verbotenes an Bäumen ohne Vorwarnung zu entfernen. Ein freistehendes Hängemattengestell vermeidet die Baum-Befestigung; LA SIESTA führt es als Option auf, wenn keine tragfähigen Befestigungselemente zur Verfügung stehen. Fragen Sie auch dann, ob das Gestell auf Ihrem Stellplatz stehen darf und ob es Wege oder Nachbarn beeinträchtigt. Am Abreisetag nehmen Sie die Ausrüstung mit und hinterlassen Baum und Fläche unberührt.